wunderschön

Sonntag, 23. Mai 2010

Warum Babys schreien


Babys können nicht sprechen. Ihre erste Form, sich lautlich zu äußern: der Schrei. Mit einem Schrei begrüßen sie diese Welt. Schreiend verbringen sie manche Stunde ihrer ersten Lebenswochen und -monate. Was soll ein Baby auch tun, wenn ihm etwas fehlt? Vielleicht hat es Hunger, vielleicht Bauchkneifen, einen wunden Po oder einfach Sehnsucht nach menschlicher Wärme.

Allein kann ein Baby (noch) nicht für Abhilfe sorgen. Also schreit es, notfalls wie am Spieß. Babys sind verschieden, auch was das Schreien angeht. Das eine schreit oft, das andere seltener. Das eine hat eine durchdringende Stimme, beim anderen klingt es eher zaghaft. Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten – eine Art "Schrei-Sprache". Während etwa ein hungriges Baby eher klagend und durchdringend schreit, klingt der Schmerzensschrei kurzatmiger und schriller. Auch die Körperbewegungen entsprechen den Klangfarben des Schreiens. Ruckartiges Sich-Strecken und Brust-Suchen weisen auf Hunger hin, Sich-Krümmen auf Schmerz.

Was tun, wenn das Baby schreit?

Zu Hilfe eilen, so viel ist klar. Herausfinden, ob das Baby Hunger hat oder Durst (!), schwitzt oder friert, einsam ist oder wund. Wichtig aber: Ruhe bewahren. Ihre bloße Gegenwart, Ihre Stimme, Ihre Hand sind schon Trost. Tröstlicher jedenfalls, als wenn wir in Panik alle Register ziehen: Brust raus, Schnuller rein, ausziehen, wickeln, Fencheltee holen, Massage, Spieluhr, Gesang ... Und am Ende brüllt das aus dem Bett gerissene Baby womöglich noch lauter als zuvor.

Vielleicht wollte es ja nur vor dem Einschlafen wissen, ob Mama und Papa noch da sind. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass vor manchem Schrei zunächst ein leises Grummeln und Greinen ertönt? Werden schon diese Laute beantwortet, erübrigt sich manches Gebrüll. Und wenn nicht? Wenn das Schreien nicht aufhört? Wenn man gar nichts tun kann?

Es ist wahr: Gegen das Schreien kann man manchmal nichts tun – aber immer etwas für das Baby! Ob Kummer über sein schmerzendes Bäuchlein oder Unmut über die ganze Welt: Lassen Sie Ihr Kind damit nicht allein. Von Ihnen gehalten, wird es spüren: Die Welt ist noch in Ordnung. Wir beide werden es schon schaffen!
Auszug aus Elternbrief

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